Der
Hörtip, die Kassette von Dr. Eichelberger zu Nux vomica.
Der Rachen ist rauh. Trotz der Kälteempfindlichkeit werden
die Symptome besser an der frischen Luft und sind schlechter im warmen Zimmer
(wie Puls.). Hat der Patient Fieber, dann können auch Gliederschmerzen
auftreten (wie Gels.). Wie auch im Frost, erträgt der Patient keine Kälte,
keinen Luftzug und kein Entblößen, ohne zu Frösteln. Wie bei
Puls. und Acon. findet man eine Seite des Gesichtes rot, die andere blass.
Hat der Patient Husten, dann kann dieser so heftig sein, daß ein Gefühl
besteht, als würde der Kopf zerspringen. Dieser Schmerz kann so intensiv
sein, daß der Patient beim Husten den Kopf mit den Händen festhält
(wie Bry.). Eine besondere Indikation für Nux-v. ist die verstopfte Nase
bei Neugeborenen und bei Säuglingen, die gestillt werden.
Ein typischer Leitspruch für Nux vomica ist: "Ich will und kann
nicht." Er möchte stuhlen, aber er kann nicht, er möchte urinieren,
aber er kann nicht, er möchte erbrechen, aber er kann nicht. Sobald er
es kann, ist ihm viel wohler.
Der Nux vomica-Patient hat einen Mangel an Lebenswärme, d.h., er leidet
unter einer inneren Kälte. Wärme in jeder Form bessert sein Wohlbefinden,
ebenso Ruhe und Schlaf.
Psyche: Schlecht gelaunt, gereizt, überempfindlich, ärgerlich, aufbrausend,
flucht.
Leitsymptome:
- Empfindlichkeit auf Zugluft und Kälte.
- Ganzer Körper durchfroren, Schüttelfrost.
- Je höher das Fieber, umso mehr Wärme wird gebraucht
- Nase tagsüber fließend, nachts verstopft.
- Verlangen zu erbrechen oder zu stuhlen, aber kann nicht.
- Stunden nach dem Essen Druck- und Völlegefühl.
- Schmerzhafte Magen-Darmkoliken, Sodbrennen, starke Blähungen.
Folgen von:
Ärger, scharfem Essen, verdorbener Nahrung, Überessen, Alkohol,
Nikotin, Narkotika, Stimulanzien, Medikamenten, Drogen, unregelmäßiger
Lebensweise, ausschweifendem Lebenswandel, Schlafmangel, materiellem Verlust,
Stress, Überanstrengung, "Workaholic", Durchnässung, Kälte,
Erkältung.
Modalitäten:
Verschlechterung : während und nach dem Essen, im Freien, Kälte,
kalte Räume, Zugluft, morgens, Stimulanzien, Tabak, Alkohol, Kaffee,
Aufregung, Lärm.
Besserung : Wärme, Wärmflasche, warme Getränke, Einhüllen,
Liegen, Erbrechen, Stuhlen, Urinieren, kurzer Schlaf.
Indikationen:
Angina, Blasenentzündung, Dreimonatskrämpfe, Durchfall, Erbrechen,
Fieber, Geburt, Grippe, Harnverhalten, Husten, Koliken, Kopfschmerzen, Lebensmittelvergiftung,
Magen-Darmbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Muskelkrämpfe, Nasennebenhöhlenentzündung,
Nervosität, Operationen, Reisekrankheit, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit,
Schnupfen, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen, Schwindel,
Vergiftungen, Verstopfung.
Strychnos nux vomica, Brechnusssamen, ist in Indien, China,
Burma, Thailand und Australien heimisch. Die homöopathische Ursubstanz
wird aus den getrockneten Samen hergestellt. Das in der Pflanze enthaltene
Strychnin kam im Mittelalter gegen die Pest zur Anwendung. Bereits im 11.
Jh. wurde es in der arabischen Medizin erwähnt.
Nux vomica ist häufig bei gestressten Geschäftsleuten, Managern
und Personen angezeigt, die mit ihrer Lebensweise übertreiben. Stress,
Überarbeitung, unregelmäßige Lebensweise, Schlafmangel, Überessen,
Alkohol und Tabak erzeugen reizbare Nerven und Verdauungsstörungen. Der
Patient leidet unter Völlegefühl, Magendruck, Sodbrennen und Verstopfung.
Nux vomica ist auch als "Katermittel" bekannt.
Der Patient ist auf alles überempfindlich. Schon ein geringfügiger
Anlass führt zu Wutausbrüchen. Die Familienangehörigen sind
froh, wenn ihr Nux vomica wieder gesund ist und arbeiten gehen kann.
Patienten, die Nux-v. brauchen, haben sich ihre Krankheiten durch ihren Lebensstil
erkauft. Sie arbeiten viel, trinken viel Alkohol und schlafen wenig. Um sich
wach und leistungsfähig zu halten, greifen sie dann ausgiebig zu Stimulanzien
wie stark gewürzten und fetten Speisen, Tabak, Kaffee oder zu anderen
Aufputschmitteln. Durch den ausgiebigen Alkoholgenuss entwickeln sich Leberstörungen
und durch die sitzende Lebensweise kommt es zu Hämorrhoiden, für
die Nux-v. eines der Hauptmittel ist, besonders wenn diese chirurgisch oder
durch äußerliche Anwendungen unterdrückt wurden und sich im
Gefolge andere Beschwerden entwickeln. Treten Beschwerden im Bereich des Enddarmes
auf, muß immer an Nux-v. gedacht werden. Es heilt viele Arten von Verstopfung,
zum Beispiel in der Schwangerschaft, nach Arzneimittelmissbrauch und besonders
wenn die Verstopfung mit anhaltendem Stuhldrang einher geht (viele Beschwerden
von Nux-v. gehen mit Stuhldrang einher).
Die Gemütsverfassung der Patienten ist reizbar, mürrisch, nörgelig
und sie vertragen keinen Widerspruch. Sind sie betrunken, können sie
brutal und eifersüchtig werden. Mit der Zeit entwickelt sich eine psychische
und körperliche Überempfindlichkeit, sie werden. empfindlich gegen
das geringste Geräusch, gegen Schritte, gegen Gerüche, Musik, Licht,
etc. Kommt es zum Zusammenbruch, will der Kranke nicht mehr leben, zum Selbstmord
fehlt ihm jedoch der Mut.
Nux-v. passt aber auch für akute Erkrankungen, die nichts mit dem obengenannten
Zuständen zu tun haben. Es wirkt auf Erkältungen, die durch kaltes
Wetter entstanden sind (siehe Acon. und Hep.). Wie Acon. wirkt es am besten
im Anfangsstadium der Erkrankung. Dabei ist der Patient sehr frostig, was
auch durch Wärme nicht richtig besser wird. Wie bei Hep. wird das Frösteln
durch den geringsten Luftzug verschlechtert. Es wird auch schlechter, wenn
der Patient sich im Bett umdreht, wenn sich die Bettdecke bewegt oder er die
Hand unter der Bettdecke herausstreckt (wie Hep.).
Die Nase ist trocken und es ist nur wenig Ausfluss vorhanden. Die Nase kann
auch abwechselnd verstopft oder frei sein, oder tags besteht Fließschnupfen
und nachts ist die Nase verstopft. Oft ist der Schnupfen von einem Völlegefühl
im Kopf begleitet.